Zahlt die Krankenkasse EMS-Training?
Basics · 6 Min Lesezeit
Die gesetzliche Kasse zahlt EMS-Training im Studio nicht. Ein kleiner Bonus und Firmenfitness können trotzdem helfen.
Phil Steinhauser · 5. Oktober 2026

Inhalt11 Abschnitte
Die ehrliche Antwort: Nein, die gesetzliche Krankenkasse zahlt EMS-Training im Studio nicht, auch nicht als Präventionskurs. Die beiden Regeln, die das ausschließen, gelten für jede gesetzliche Kasse, und einen Zuschuss speziell für EMS haben wir auf den Seiten der großen Kassen nicht gefunden. Ein paar Euro sind trotzdem drin, über das Bonusprogramm deiner Kasse oder über Firmenfitness deines Arbeitgebers. Hier steht, was gilt, jeweils mit Quelle. Stand ist der 5. Oktober 2026.
Kurz gesagt:
- Die gesetzliche Krankenkasse zahlt EMS-Training im Studio nicht, auch nicht als Gesundheitskurs.
- Auf Rezept gibt es etwas anderes: Elektrostimulation beim Physiotherapeuten bei Lähmungen und EMS- oder TENS-Geräte für zu Hause.
- Einen kleinen Bonus gibt es, wenn deine Kasse die Mitgliedschaft als regelmäßigen Sport anerkennt. Die Bescheinigung stellen wir dir aus.
- Privat versichert hängt alles vom Tarif ab. Von der Steuer absetzen lässt sich EMS-Training in der Regel nicht.
Zahlt die gesetzliche Krankenkasse EMS-Training?
Nein. Zwei Regeln sind dafür entscheidend, und beide gelten für jede gesetzliche Kasse.
Die erste ist die Heilmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Sie regelt, was dein Arzt verordnen kann, und schließt Fitnesstraining ausdrücklich aus. Elektrostimulation ist dort nur zur Behandlung von Lähmungen bei einer Nervenschädigung vorgesehen, die sich voraussichtlich zurückbildet, nicht als Training.
Die zweite ist der Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbands. Nach ihm bezuschussen die Kassen zertifizierte Gesundheitskurse. Kurse mit passiven Methoden wie Elektrostimulation sind davon ausgeschlossen, ebenso Zuschüsse zu Beiträgen für Fitnessstudios oder Sportvereine. Einen von der Zentralen Prüfstelle Prävention zertifizierten Kurs bieten wir nicht an.
Was ist der Unterschied zwischen EMS-Training, Elektrotherapie und EMS-Gerät auf Rezept?
Wenn du im Netz liest, die Kasse bezahle EMS, ist fast immer Elektrostimulation beim Physiotherapeuten oder ein Gerät für zu Hause gemeint. Mit Ganzkörper-EMS im Studio hat das nichts zu tun.
| EMS-Training im Studio | Elektrostimulation beim Physiotherapeuten | EMS- oder TENS-Gerät für zu Hause | |
|---|---|---|---|
| Wofür | Kraft- und Ganzkörpertraining | Lähmungen bei Nervenschädigung, die sich voraussichtlich zurückbildet | Elektrostimulation zu Hause nach ärztlicher Verordnung |
| Wer entscheidet | du | dein Arzt | dein Arzt |
| Zahlt die Kasse | nein | ja, als Heilmittel | in der Regel ja, als Hilfsmittel |
Für ein Gerät auf Rezept zahlst du bei Barmer, DAK und TK als Erwachsener die gesetzliche Zuzahlung von 10 Prozent, mindestens 5 und höchstens 10 Euro. Ob so ein Gerät für dich passt, entscheidet dein Arzt.
Zahlt die Kasse EMS für den Beckenboden?
Für das Training im Studio nicht. Anders ist es bei Heimgeräten zur Beckenbodenstimulation: Sie können nach ärztlicher Abklärung als Hilfsmittel verordnet werden. Das klärst du mit deinem Arzt. Was Training für den Beckenboden leisten kann, steht unter Beckenboden.
Kann ich EMS-Training bei der Krankenkasse als Kurs einreichen?
Nein. Bezuschusst werden nur Kurse, die von der Zentralen Prüfstelle Prävention zertifiziert sind, und Kurse mit Elektrostimulation schließt der Leitfaden aus. Wie so ein Zuschuss aussieht, zeigt die TK: Sie zahlt zweimal im Jahr 80 Prozent der Kursgebühr, höchstens 150 Euro je Kurs, aber nur für zertifizierte Kurse mit eigener Kursgebühr. An Beiträgen für ein Fitnessstudio beteiligt sie sich nicht, nur eine im Bonusprogramm gesammelte Gesundheitsdividende kannst du damit verrechnen.
Was ist mit Bonusprogrammen?
Hier ist tatsächlich etwas drin. Die gesetzlichen Kassen sollen laut § 65a SGB V ein Bonusprogramm anbieten, und was dort zählt, legt jede Kasse selbst fest. Das Bundesamt für Soziale Sicherung nennt Fitnessstudio und Sportverein als Beispiele für regelmäßige Bewegung, die einen Bonus begründen kann. EMS nennt es nicht eigens.
Für dich heißt das: Frag deine Kasse vorher, ob eine Mitgliedschaft bei uns für ihr Bonusprogramm zählt. Die Bescheinigung stellen wir dir aus. Aus Erfahrung bekommen manche Mitglieder so etwas zurück, meist wenn ihre Kasse allgemein Sport anerkennt. Einen Bonus speziell für EMS kennen wir nicht.
Was zahlen TK, AOK, Barmer und andere?
Auf den Seiten der großen Kassen findet sich kein Zuschuss, der ausdrücklich für EMS-Training im Studio gilt. Was es gibt, steht in der Tabelle. Geprüft haben wir am 5. Oktober 2026.
| Kasse | Zuschuss für EMS im Studio | Bonus für Studio oder Verein | EMS-Gerät auf Rezept |
|---|---|---|---|
| TK | nein | 10 Euro Bonus oder 20 Euro als Gesundheitsdividende für die Mitgliedschaft | ja, 5 bis 10 Euro Zuzahlung |
| AOK Baden-Württemberg | kein Hinweis | Coupons für qualitätsgesichertes Fitnessstudio und Sportverein, Betrag nicht genannt | nicht geprüft |
| Barmer | kein Hinweis | Bonusprogramm vorhanden, aktuelle Bedingungen bei der Barmer erfragen | ja, 5 bis 10 Euro Zuzahlung |
| DAK | kein Hinweis | nicht geprüft, bei der DAK erfragen | ja, 5 bis 10 Euro Zuzahlung |
| Bosch BKK | kein Hinweis | 10 Euro, unter anderem für das Fitnessstudio | nicht geprüft |
| Mercedes-Benz BKK | kein Hinweis | 10 Euro für die aktive Mitgliedschaft im Fitnessstudio oder Sportverein, Sport ohne Anleitung zählt nicht | nicht geprüft |
Bonusbedingungen ändern sich, oft zum Jahreswechsel. Verlass dich deshalb auf die Auskunft deiner Kasse, nicht auf eine Tabelle im Netz.
Was zahlt die private Krankenversicherung?
Das hängt von deinem Tarif ab. Nach den Musterbedingungen der privaten Versicherer ist die medizinisch notwendige Heilbehandlung versichert, Training gehört nicht automatisch dazu. Ob dein Tarif Präventions- oder Fitnessleistungen enthält, steht in deinen Bedingungen. Frag vorher schriftlich nach.
Für Beamte gilt die Beihilfe. Beim Bund ist Elektrostimulation als Heilmittel nur bei Lähmungen beihilfefähig, dazu kommen Elektrostimulationsgeräte als Hilfsmittel. Fitness- und Kräftigungstraining ist ausdrücklich nicht beihilfefähig. Für Landesbeamte in Baden-Württemberg gilt eine eigene Beihilfeverordnung, dort fragst du direkt nach.
Kann ich EMS-Training von der Steuer absetzen?
In der Regel nicht. Der Bundesfinanzhof hat 2024 entschieden, dass Beiträge für ein Fitnessstudio keine außergewöhnliche Belastung sind, auch wenn dort ärztlich verordnetes Training stattfindet. Ein Urteil speziell zu EMS gibt es nicht. Im Einzelfall fragst du deinen Steuerberater.
Kann ich EMS-Training über Firmenfitness machen?
Ja, wenn dein Arbeitgeber es anbietet. Wir sind bei Urban Sports Club und bei Wellhub gelistet, bei Wellhub ab dem Gold-Paket. Was du dafür zahlst, hängt vom Vertrag deines Arbeitgebers ab. Den Termin machst du wie immer vorher mit uns aus.
Was kostet EMS-Training, wenn ich selbst zahle?
Bei uns kostet eine Einheit pro Woche als Gast 29,90 bis 44,90 Euro, je nach Laufzeit. Als Vereinsmitglied sind es 19,90 bis 34,90 Euro pro Woche, dazu 50 Euro Vereinsbeitrag im Jahr. Jede Einheit dauert 20 Minuten und läuft immer mit Personal Trainer. Alle Tarife stehen auf der Preisseite.
Wie du anfängst
Zwei Wege, du wählst. Das Erstgespräch ist kostenlos, dauert 30 Minuten und findet ohne Training statt. Dort klären wir auch, welche Bescheinigung du für deine Kasse brauchst. Oder du buchst direkt ein Probetraining für 20 €, eine komplette Einheit mit Gespräch, 20 Minuten Training und Leihkleidung. Ob EMS zu deiner Vorgeschichte passt, steht in den Trainingshinweisen.
Weiterlesen: Was EMS-Training kostet und warum · Was sagen Ärzte zu EMS-Training?
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